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13. März 2008: Nutzungskonzept für den Bahnhofplatz
Gestern hat der Gemeinderat das Nutzungskonzept für den Bahnhofplatz
verabschiedet, welches ab sofort in Kraft tritt. Die Junge Alternative JA!
anerkennt den Bahnhofplatz als Mobilitätsdrehscheibe, kritisiert aber die
damit verbundene gemeinderätliche Legitimation für die repressive
Sauberkeits- und Sicherheitspolitik, die sich v.a. im Bahnhofreglement
niederschlägt, sowie die Gleichsetzung von kommerzieller und politischer
Nutzung des öffentlichen Raums.
Die Junge Alternative JA! reichte am 11. Oktober 2007 gemeinsam mit anderen
Parteien die Petition „Der Bahnhofplatz gehört allen“ mit über 2000
Unterschriften ein. Die Petition forderte unter anderem, dass der
Bahnhofplatz nicht zu einem Konsumtempel wird (die Einschränkung
kommerzieller Nutzung), dass die Ausübung der politischen Rechte und die
Wahrung der Grundrechte auch für den Bahnhofplatz gelten, dass genügend
Sitzplätze zum Verweilen sowie kostenlose Veloparkplätze zur Verfügung
gestellt werden und dass die Gassenküche auch auf dem neuen Bahnhofplatz
Platz haben soll.
Vom Gemeinderat hat die Junge Alternative JA! nie eine inhaltliche
Rückmeldung erhalten auf die Petitionsforderungen. Ganz im Gegensatz zu den
rechtsbürgerlichen InitiantInnen der Petition „Jetze längts“, welche vom
Stadtpräsidenten mit offenen Armen empfangen wurden und der Gemeinderat gar
gegenüber der Öffentlichkeit zu den inhaltlichen Forderungen Stellung
genommen hat sowie konkrete Umsetzungsmassnahmen präsentierte. Die JA!
verurteilt diesen gegensätzlichen Umgang des Gemeinderates bezüglich
politischen Rechten in der Stadt Bern aufs Schärfste!
Ohne mit der Wimper zu zucken veröffentlicht der Gemeinderat das
Nutzungskonzept für den Bahnhofplatz, welches ab sofort in Kraft tritt, ohne
eine Übergangsfrist zu gewähren oder eine politische Diskussion zuzulassen.
Der Gemeinderat sträubte sich dagegen das Nutzungskonzept für den
Bahnhofplatz dem Stadtrat zu unterbreiten und verhinderte so eine
öffentliche Diskussion und breit abgestützt Kompromissvorschläge.
Die JA! kritisiert insbesondere, dass im Nutzungskonzept die kommerzielle
Nutzung (Stände) mit der politischen bzw. ideellen Nutzung gleichgesetzt
wird. Laut BGE 126 I 140 ist bei der Ausübung ideeller Grundrechte – im
Unterschied zu kommerziellen Interessen – eine Beeinträchtigung öffentlicher
Interessen eher in Kauf zu nehmen als bei sonstigen Aktivitäten. Die JA!
fordert vom Gemeinderat, diesem Bundesgerichtsentscheid Rechnung zu tragen
und also die politischen, nicht-kommerziellen Stände/Veranstaltungen mit
Vorrang vor den kommerziellen Interessen zu behandeln, z.B. sollten
politische Stände nicht der Einschränkung von 12mal/Jahr/Organisation oder,
dass aufeinander folgende Tage nicht bewilligt werden, unterliegen.
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