ja!rgon Nr.2 - April 2007


EditorJA!l
Die Junge Alternative JA! startet mit einem FühJA!hrsputz in den Politsommer im Bremgartenwald.

Aktivitäten wie die Veranstaltungsreihe gegen sexistische Werbung oder die Anti-Offroader-kampagne, aber auch die Wahlzeitung für die Nationalratswahlen 2007 sind trotz einem sorgfältigen Umgang mit den Finanzen nicht ohne Geld zu realisieren. Um auch weiterhin mit Geist, Witz und frechen Aktionen an den politischen Auseinandersetzungen in und um Bern teilhaben zu können, braucht die Junge Alternative JA! Geld. Deshalb starten wir eine ökologisch sinnvolle Finanzaktion: Das SponsorInnen-Müllsammeln.

Am Samstag, 28. April 2007 werden JA! AktivistInnen und SympathisantInnen den Bremgartenwald von Unrat befreien. Erfahrungsgemäss verrotten nämlich in den Wäldern nicht nur Laub und Äste, sondern auch Müllsäcke, ausgediente Autopneus, Tapetenrollen, Fernsehgeräte und vieles mehr.

Bevor sich die JA!AktivistInnen in Regenstiefel und Handschuhe stürzen, suchen wir SponsorInnen, welche uns mit einem bestimmten Betrag pro gesammeltes Kilogramm Abfall unterstützen. Den Talon dazu findest du als Beilage.

Herzlichen Dank für deine Unterstützung!

Anne Wegmüller
 


Keine Elterntaxis für Schulkinder in der Stadt Bern
Die Junge Alternative JA! reichte gemeinsam mit dem Grünen Bündnis im Berner Stadtrat ein Postulat ein, welches Massnahmen zur Verminderung von Bring- und Holfahrten fordert.

Immer mehr Eltern, fahren ihre Kinder mit dem Auto in die Schule oder in den Kindergarten und wieder nach Hause. Dabei tun die Eltern ihren und anderen Kindern überhaupt keinen Dienst. Im Gegenteil: der tägliche Schulweg zu Fuss ist äusserst wichtig für die Gesundheit, die Selbständigkeit aber auch die Sozialkompetenz von jedem Kind. Dazu kommt, dass die Eltern, welche ihre Kinder zur Schule chauffieren andere Schulkinder gefährden, welche zu Fuss unterwegs sind.

Der Schulweg ist mehr als nur die Distanz zwischen Eltern- und Schulhaus. Er ist ein wesentlicher Bestandteil im Leben der Kinder. Auf dem Schulweg werden Entdeckungen gemacht, Natur und Umwelt werden beobachtet, es werden Kontakte geknüpft, Konflikte ausgetragen und Verkehrserfahrungen gesammelt. Zu einer gesunden Entwicklung des Kindes gehört es, sich ohne Begleitung Erwachsener mit andern Kindern zu treffen und somit wichtige soziale Erfahrungen zu machen, sowie das Selbstbewusstsein zu fördern. Der Schulweg ist eine wichtige Erlebniswelt. Weiter fördert der Schulweg die motorischen Fähigkeiten von Kindern ebenso, wie die Kompetenz Situationen im Strassenverkehr richtig einzuschätzen und situationsgerecht zu handeln.

Der tägliche Fussweg zur Schule oder zum Kindergarten und wieder zurück bedeutet unter anderem regelmässige Bewegung, welche für die Gesundheit der Kinder äusserst wichtig ist. Bewegungsmangel ist nebst falscher Ernährung der Hauptgrund dafür, dass immer mehr Schweizer Kinder übergewichtig sind.


Die Versuchsbegleitung Schulweg Stadt Bern (Rolf Steiner, 2005), welche durch die Stadt Bern in Auftrag gegeben wurde, belegt, dass Bring- und Holfahrten der Eltern zu einem grossen Gefahrenpotenzial im Umfeld von Schulhäusern führen. Auf Videoaufnahmen konnte man zahlreiche gefährliche Manöver beobachten. Oft wird direkt auf oder vor dem Fussgängerstreifen sowie auf dem angrenzenden Trottoir angehalten. Damit ergeben sich zwangsläufig Konflikte mit zu Fuss gehenden Schulkindern. Besorgte Eltern, die ihre Kinder mit den Autos zur Schule bringen, gefährden beim Anhalten und Aussteigenlassen ihres Kindes andere Kindergarten- und Schulkinder stark. Radarmessungen zeigen, dass Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, regelmässig Geschwindigkeitsübertretun-gen begehen.

Deshalb fordert die Junge Alternative JA! den Gemeinderat auf, flankierende Massnahmen zu ergreifen, welche Bring- und Holfahrten unattraktiv machen und die Eltern über die negativen Folgen von Bring- und Holfahrten, sowie über die Vorteile des Schulweges zu Fuss zu informieren. Ausserdem sollten Alternativen zu Bring- und Holfahren, wie z.B. Patrouillen oder Pedibus-Projekte gefördert werden.

Anne Wegmüller
 



Die Atomlobby macht mobil
Die BKW will eine unbefristete Betriebsbewilligung und ein neues Kernkraftwerk am alten Standort in Mühleberg.

Zeitgerecht zum Abstimmungsjahr wird wieder einmal versucht, der Schweizer Bevölkerung Atomstrom als einzig wahre, effiziente und saubere Stromquelle zu verkaufen. So hat der Bundesrat vor rund einem Monat entschieden, dass neue Atomkraftwerke angeblich «eine Notwendigkeit» seien, um die drohende Stromlücke zu schliessen. Dieser Entscheid hat bei den drei grossen Energieunternehmen der Schweiz ein Rennen ausgelöst: Alle wollen sich in Position bringen um den Zuschlag für den Bau eines neuen Kernkraftwerks zu erhalten.Wenn es nach der BKW ginge, sollte das AKW Mühleberg eine unbefristete Betriebsbewilligung erhalten. Idealerweise sollte das neue Kernkraftwerk neben dem bestehenden gebaut werden. Das alte Werk soll so lange Strom produzieren, bis das neue ans Netz geht. Das Schreckgespenst „Versorgungslücke“ ist in aller Munde und wird von der Atomlobby gut verkauft.

Die Junge Alternative JA! ist gegen diese Schein-Lösung und fordert den Regierungsrat auf, die Abschaltung des AKW Mühleberg für 2012 in die Wege zu leiten. Atomstrom ist gefährlich, unrentabel und reaktionär. Stattdessen fordern wir einen Effort im Bereich der erneuerbaren Energien: Sonnenenergie, Windenergie, Minergie Bautechnik, Wasserkraft und weitere Strategien für eine nachhaltige Energiepolitik. Die 2000-Watt-Gesellschaft ist kein Werbegag für farbige Parteiprogramme sondern muss Realität werden.

Die JA! ist überzeugt, dass der Ausstieg aus der Atomenergie möglich ist - Kaiseraugst ist am Widerstand der Bevölkerung gescheitert - ein Neubau des AKW Mühleberg wird das auch! Das AKW Mühleberg gehört nach 2012 abgeschaltet!

Anja Brunner



Kein Kriegsrat im Berner Stadtrat – JA! versenkt die Militäruniform!
Die Junge Alternative JA! stellt im Rahmen der Revision des Geschäftsreglements des Berner Stadtrates einen Antrag, welcher künftig ein ziviler Stadtrat, das heisst keine Militäruniformen an Stadtratssitzungen fordert und sorgt damit für rote Köpfe.


Dem aufmerksamen Publikum im Berner Stadtrat fällt es auf: Immer wieder nehmen einzelne Stadträte in Militäruniformen an den öffentlichen Stadtratssitzungen teil. In welcher Demokratie gibt es PolitikerInnen, die im Parlament in Militäruniformen erscheinen? Dies ist eine Vermischung von militärischen Formen und gewaltfreier, demokratischer Konfliktlösung. Militär und somit Uniformen stehen eindeutig für die Vorstellung, dass
Meinungsverschiedenheiten und Konflikte mit Waffengewalt gelöst werden können. Die Junge Alternative JA! steht für gewaltfreie Konfliktlösungen ein. In den Stadtratssitzungen, an welchen konkrete Demokratie gelebt wird, haben Symbole, welche auf Waffengewalt hinweisen, keinen Platz.

Demokratie ist die Überwindung von Gewalt und Krieg. Krieg hat immer eine antidemokratische Komponente. Immer mehr kommt es zu einer Vermischung von Militär- und Zivilbereich bei der inneren Sicherheit, beispielsweise beim Einsatz von Militärhelikoptern zur Überwachung von Demonstrationen.

Das Dienstreglement der Schweizer Armee schreibt im Urlaub keine Uniformtragepflicht vor. Laut Artikel 55, Absatz 3 DR muss die militärdienstleistende Person bei der Entlassung in den Urlaub und beim Einrücken die Ausgangsuniform tragen, doch während des Urlaubs ist das Tragen von Zivilkleidern ausdrücklich erlaubt. Es gibt folglich keinen Grund, weshalb Mitglieder des Stadtrates in Militärkleidung an den Sitzungen teilnehmen. Auch im Rathaus gibt es Räume, in welchen das Umziehen der Kleider möglich ist. Wobei wir natürlich nichts dagegen hätten die strammen marschtrainierten Waden oder gar den „bösen Wolf“ vom vielen marschieren zu sehen..

Die Jungfreisinnigen der Stadt Bern konnten es sich natürlich nicht verkneifen, um die Gunst der Medien zu buhlen und die JA! mit lächerlichen Klischees an-zugreifen. Aber die schlaue JA! konterte mit stichfesten pazifistischen Argumenten und scheut sich keinen Deut vor den roten Köpfen, welche auch bei der anstehenden Stadtratsdiskussion zu erwarten sind.

Anne Wegmüller
 


Evas Männer schlagen zu!
Urs Paul Engeler hat ja schon Recht: Die Stadt Bern, voller rot-grüner Ratten verkommt. Nun ist es hier schon möglich, dass linksautonome Chaotinnen ihren gewaltbereite Feminismus an einer anständigen Pro-Libertate – Hauptversammlung verkünden können.

Eine Gruppe von alten Roten, Neofeministinnen, Queer Activists und anderen kreischenden Weibern suchte am Samstag, 3. März die friedliche Veranstaltung von Eva, ihren Männern, Neonazis im parlamentarischen Deckmäntelchen, konservativen Pro-Tell-Freunden und anderen richtigen Männern heim. Kaum hatte Eva angefangen, ihren heilbringenden Sermon zu verkünden, wurde sie unterbrochen und der schwarze Block, drängte sich mit einem Transparent nach vorne, auf welchem die radikalen und gewaltbereite Botschaft „Das EVA-Prinzip: E ingemacht, V erkocht, A ltbacken“ zu lesen war. Glücklicherweise verwiesen „Beherzte Männer“ aus dem Publikum den schwarzen Block mit flachen Händen des Saals. Damit jedoch nicht genug, denn nach der Entfernung des schwarzen Blocks wurde die arme Eva immer wieder von linksautonomen Krawall-Feministinnen, die direkt aus der Reitschule stammten, unterbrochen, so dass noch mehrere Male Evas Männer zuschlagen und würgen mussten, damit endlich Ruhe und Ordnung herrschen konnte. Kurze Zeit später erfrechten sich die hysterischen Weiber, vor dem Veranstaltungsort den Frauenstreik-Song von Vera Kaa abzuspielen (welcher von LeserInnenbriefschreibenden scharfsinnig als „laute Techno-Musik“ oder „lärmiger Punk“ entlarvt wurde) und Flyer zu verteilen. Sie hatten jedoch nicht mit den richtigen Schweizern gerechnet: Erich Hess zückte sein Schweizer Taschenmesser, stürmte auf den Bus mit der Musikanlage zu, drängte sich mit erhobenem Messer zwischen einigen Linksterroristinnen durch und schnitt mutig das Lautsprecherkabel durch. Danke Erich.
Die propagandistische linke Berner Presse ver-teidigte natürlich nach dem Ereignis tagelang die Reitschulaktivistinnen. Dank der Pro Libertate – Zeitung sind wir jedoch informiert über die wahre Sachlage und können uns in Ruhe damit beschäftigen, Eva nachzueifern und den Herd als des Weibes Revier wieder zurückerobern.

Rahel Ruch
 


ja!infos

Gib8 – Strassenfest gegen G8

Am Samstag 5. Mai findet in der Lorraine das Gib8 Strassenfest statt. Organisiert vom Verein Tour de Lorraine bietet dieses Fest ein vielseitiges politisches und kulturelles Angebot und setzt so ein globalisierungskritisches Zeichen in Hinblick auf den G8 Gipfel in Heilligendamm. Neben Musik auf zwei Bühnen gibt es ein Podium, politische Filme und auch der kulinarische Teil kommt nicht zu kurz. Die JA! wird mit einem Infostand zum Thema Konsum präsent sein. Wir wollen die Idee einer alternativen Konsum-Broschüre für Bern vorstellen. Daneben können die StrassenfestbesucherInnen ihr eigenes Konsumverhalten unter die Lupe nehmen oder sich eines der brandneuen JA! T-Shirt ergattern.


Lieber „gesunde und glückliche“ Bären im Bärenpark, als gesunde und glückliche Kinder…

Die Stadt Bern will im Zuge der Sparmassnahmen dem ältesten Aktiv-Kinderspielplatz Längmuur den Garaus machen. Der Spielplatz wird jährlich mit 90 000 Franken von der Stadt subventioniert, so dass 2 Personen den Spielplatz betreuen können. Täglich spielen dort an einem Nachmittag durchschnittlich 47 Kinder. Der Längmuur Spili hat eine lange Geschichte und ist dank vielen Bemühungen von Freiwilligen heute zu einer Spieloase für Kinder und Jugendliche geworden. Wird dem Spielplatz nun die Betreuung gestrichen, wird ihm sinnbildlich die Seele entrissen. Die offene Kinderarbeit in der Stadt Bern leistet schon heute mit bescheidenen Mitteln Grosses. Neben dem Längmuur Spili sollen nun gleich noch zwei weitere Institutionen in diesem Bereich (Ludotheken Monbijou und Lorraine) mit existenzbedrohenden Budgetkürzungen konfrontiert werden. Die JA! wehrt sich gegen diese beschämenden Sparmassnahmen der Stadt Bern und fragt sich, ob den Bernerinnen und Bernern „glückliche eingesperrte Bären“ wichtiger sind, als gesunde freie Kinder?

Beiliegend dem JA!rgon findet ihr einen Petitionsbogen für den Längmuur Spili, lasst eure Freundinnen und Freunde alle unterschreiben und sendet die Unterschriften bis am 26 April zurück!